Heimat-Reportagefilm-Archiv und DVD-Programmvertrieb
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Die Offinger Donau-Lichtspiele vor dem Ankauf 1980

Donaulichtspiele Offingen im Besitz von Flott – TV Günzburg

die Vita eines Land-Kinos erschwerter Standortbedingungen, aber universeller Nutzung. 

198O erwarb der Fernsehjournalist Werner Flott voller Optimismus das damals gerade 3O Jahre alte Kino in der nur 36OO Einwohner zählenden Marktgemeinde Offingen im Landkreis Günzburg als Gesamt - Immobilie. Eine Goldgrube war es nicht und konnte es auch nicht annähernd werden, was aber einem Branchen – Laien nicht von vorneherein klar sein konnte. Der damals hauptberufliche ARD/ZDF - Fernsehreporter Flott glaubte vielmehr, sich über die ungeschriebenen Gesetze der Filmverleih-Wirtschaft hinwegsetzen zu können und aktuelle Filme  schneller zu bekommen, als es die Ortsgröße von nur 36OO Einwohnern erlaubte. Dennoch brachte es das Land-Kino mitunter auf ausverkaufte Vorstellungen und war ein willkommener Nebenverdienst

Eine feudale Neuausstattung nach den Ideen und Wünschen von Gattin Elisabeth mit Tischleisten, Lämpchen und floralen Wandteppichen ließ das etwas heruntergekommene Kino zu einem echten Filmtheater, ja zum Nobelkino des Landkreises werden. Ein elitäres Stammpublikum, das sich im Laufe der Zeit in der Umgebung (jedoch nicht in Offingen selbst) gebildet hatte, hielten und halten das Kino am Leben. Nicht zuletzt schätzt man die anspruchsvolle Filmauswahl, die bereits zu 13- maliger staatlicher Prämiierung des qualitativ herausragenden Jahresfilmprogramms geführt hat. Auch das bayerische Fernsehen war mitte der 8Oer Jahre in den Donaulichtspielen zu Gast, um ein Interview mit Werner Flott zu führen, nachdem er Unregelmäßigkeiten in der Vergabepraxis staatlich geförderter Filmkopien in der Fachpresse angeprangert hatte.

 Schon während der Renovierung 1981 wurde in weiser Voraussicht ein kleines Bühnenpodium vor dem orangenen Leinwandvorhang gezimmert, um auch kleine Live-Auftritte zu ermöglichen. Sehr bald schon wurde dies in den 8Oer Jahren als Talentbühne genutzt, denn Werner Flott hatte sich inzwischen als kleiner Privat -TV-Sender mit Sendelizenzen (Spartenanbieter) in den Kabelnetzen Ludwigshafen (dem Ort des Urknalls des gesamten Privatfernsehens) und in Berlin etabliert, wo er eine Sendereihe „Talente vor der Kamera“ ausstrahlen ließ. Die kleinen und größeren Kandidaten hierfür wurden auf diesem kleinen Podium vor Kameras und Publikum zitiert. Nach dem Motto „wer ka, der ka (Wer kann, der kann und darf) wurde so 3 bis 4 mal pro Jahr ein „Bewerber – Kontingent“ rekrutiert und zu den öffentlichen Aufzeichnungen geladen. Als Moderator, der die hoffnungsvollen Sprösslinge vorstellte, fungierte der Günzburger Bunte – Abend – Conferencier Hans Löffler, der auch viel Erfahrung im Umgang mit Showstars hatte. Anfangs kamen die Aspiranten aus dem Landkreis, so allmählich aber zog die Sache Kreise und die Leutchen reisten aus der ganzen Bundesrepublik, aus Oesterreich und der Schweiz an die Donau nach Offingen, um sich auf den Brettern der Donaulichtspiele einen, wenn auch meist laienhaften Fernsehauftritt zu gönnen.  

 

So hatte auch die  damals 16- jährige Günzburgerin Diana Damrau, heute als Kolleratur – Sopranistin und Opern – Diva auf den bedeutendsten Bühnen der ganzen Welt zuhause, ihren ersten öffentlichen Auftritt bei einer dieser TV – Talentshows. Sie sang damals nur mit Klavierbegleitung einen Part aus „my fair Lady“ und 7 Jahre später konnte man sie nach abgeschlossenem Musik- und Gesangsstudium in der Hauptrolle der Elisa in eben diesem Musical voll professionell mit Orchesterbegleitung im Stadttheater Würzburg bewundern.

Aber zurück zum Kino selbst: Vor 1988 wurden die „Offinger Filmtage“ ins Leben gerufen, als Gemeinschaftsveranstaltung der Volkshochschulen Günzburg und Offingen, der Marktgemeinde Offingen und der Donaulichtspiele selbst.  Jeweils im September werden 4 Filme an 4 aufeinander folgenden Tagen unter einem bestimmten Motto gezeigt. Dabei gab es mitunter recht originelle Ideen, die ebenso originell umgesetzt wurden. So sang der ganze Kinosaal  im Canon  zu einem Beiprogrammfilm „Der Hahn ist tot“ mit.  Die tollsten Erscheinungen zeigte das 7. Offinger Filmtagemotto „Kultfilme“. Hier waren die Cineasten aufgerufen, entweder selbst etwas zum Filminhalt beizutragen oder mit entsprechender, adäquater Kleidung zu er scheinen, um damit den Eintritt auf nur 1 DM zu drücken. So kamen sie zum Film „Casablanca“ mit Humphrey Bogart  - Hüten, sie spielten das Lied vom Tod auf der Mundharmonika und junge Damen kamen leichtbekleidet in Strapsen und Netzstrümpfen zum Film „the rocky horror picture show“ und gingen auch während der Vorstellung außer Rand und Band zur Sache.

 

In jüngerer Zeit fiel Werner Flott wieder sein Bühnenpodium ein und er sagte sich, das müsste  auch für Kleinkunstabende  zu nutzen sein. Gedacht und getan: Als erstes wurde das bekannte Musikkabarett „Die Mehlprimeln“ eingeladen, das gleich an 2 aufeinanderfolgenden Abenden ihre beliebte Show abzog und nach 1 ½ Jahren nochmals gastierte. Marita Hitzler und ihre Kaktusblüten erzielten ebenfalls große Resonanz  beim Publikum, das sich von ihr begeistert zum Mitmachen animieren liess. Was lag bei der Gelegenheit näher, als die Kleinkunstabende auch ausschnittweise im regionalen Kulturfernsehen, in Flott“s Sendung „das bunte Kulturschaufenster“ zu bringen und so wurde fortan die Gelegenheit wahrgenommen, das Kino quasi wiederum wie ehedem als TV – Studio mit Publikum fungieren zu lassen. Auf diese Weise konnten  die schweren Standortbedingungen in einer kleinen Marktgemeinde bestmöglich kaschiert werden, sodass der Kinobetrieb nicht alleine auf das Abspulen von Filmunterhaltung angewiesen sein musste..

Das Programm der DONAULICHTSPIELE OFFINGEN erfahren Sie unter

www.kino-offingen.de.

Per 1. Januar 2014 wurde Tochter Nadja die neue Besitzerin des edlen Kinos.

Die "Donau-Lichtspiele" in der Marktgemeinde Offingen, das Nobelkino im Landkreis Günzburg
Rückwärts-Ansicht der Donau-Lichtspiele
Das Bayerische Fernsehen interviewte Werner Flott zum Thema staatliche Förderung kleiner Filmtheater mit Sonderkopien
Die 16-jährige Musikschülerin Diana Damrau bei ihren 1.Fernsehauftritt in "Talente vor der Kamera" von FLOTT-TV
Die "Mehlprimeln", das Musik-Kabarett, gastierte mehrmals im Kino Offingen
Glamour-Girls bei den 7. Offinger Filmtagen mit dem Motto "Kultfilme"
Das historische Günzburger Stadttheater

Von 1998 bis 2009 waren Werner und Elisabeth Flott Pächterehepaar des Günzburger Stadttheater-Kinos, dem Guntia-Filmtheater

Das Guntia - Kino im Günzburger Stadtzentrum
Das Günzburger "Guntia-Kino" (Stadttheater)

Die staatliche bayerische Filmtheater-Programmprämie des FilmFernsehFonds erhielt alleine das Günzburger Guntia-Filmtheater 3 mal. Es war eines von jährlich 6O - 65 Kinos im Freistaat  in Orten bis zu 20000 Einwohner, das für ein qualitativ herausragendes Jahresfilmprogramm mit € 4000 und einer Urkunde ausgezeichnet wurde. Zu den Qualitätskriterien zählte ein hoher Anteil deutscher Produktionen und Filmprädikate "wertvoll" und "besonders wertvoll", sowie  ein großes Kontingent von  Kinderfimen.

Insgesamt erhielten die DONAULICHTSPIELE Offingen (1O) und das Guntia-Kino (3) 13 mal diese Prämie.

Unsere Kinopacht des Guntia-Filmtheaters in Günzburg endete am 31.Juli 2009 vertragsgemäss.

Sie wurde  für 1 weiteres Jahr weitergeführt vom Krumbacher Kinobetreiber Wolfang Christ, der 1 Jahr später ein Großkino mit 4 Sälen eröffnete.

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